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Von 0:2 auf 2:2 – Holstein kämpft sich gegen St. Pauli eindrucksvoll zurück

Gepostet am 14. August 2026 von Mike Hoffmann
HerrenSpielbericht

Moin Holstein-Fans,

so ein 2:2 kann sich ziemlich unterschiedlich anfühlen. Vor einer Woche in Darmstadt hatte Holstein eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand gegeben, diesmal lief die Geschichte genau andersherum. Gegen den FC St. Pauli lag unsere KSV zur Pause mit 0:2 hinten, arbeitete sich aber zurück und belohnte sich kurz vor Schluss durch Jonas Therkelsen noch mit dem Ausgleich. Zwei Spiele, zwei Punkte, zweimal 2:2 – nur dass man das Holstein-Stadion diesmal mit einem deutlich besseren Gefühl verlassen konnte.

Vor 11.700 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion trafen Martijn Kaars und Taichi Hara für die Gäste. Phil Harres brachte Kiel zurück ins Spiel, ehe Therkelsen in der 88. Minute für den späten und aufgrund der zweiten Halbzeit verdienten Ausgleich sorgte. Damit verhinderte Holstein gleichzeitig die sechste Pflichtspielniederlage in Folge gegen St. Pauli.

Nach zwei Minuten beinahe der erste Nackenschlag

Dabei hätte die Partie aus Kieler Sicht kaum schlechter beginnen können.

Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als ein zu kurz geratener Rückpass von Ivan Nekić plötzlich Martijn Kaars auf die Reise schickte. Solche Situationen sind gegen einen Stürmer dieser Qualität eigentlich eine Einladung, die man besser nicht verschickt. Kaars kam zum Abschluss, Timon Weiner verhinderte aber den ganz frühen Rückstand.

Es sollte nicht die letzte Situation sein, in der Holstein an diesem Abend selbst mithalf, St. Pauli gefährlich werden zu lassen.

Die KSV ließ sich von dieser frühen Szene allerdings nicht aus dem Spiel bringen. Im Gegenteil: Holstein hatte auch eigene Möglichkeiten und war über weite Strecken keineswegs die schlechtere Mannschaft. In der 14. Minute tauchte Guillermo Balzi gefährlich vor Ben Voll auf, konnte den St.-Pauli-Torhüter aber nicht überwinden. Gerade solche Situationen sollten sich später rächen, denn während Kiel durchaus ins letzte Drittel kam, zeigten sich die Hamburger vor der Pause deutlich konsequenter.

St. Pauli macht aus seinen Möglichkeiten zwei Tore

Nach gut einer halben Stunde wurde Holstein schließlich bestraft.

Mathias Rasmussen bediente Martijn Kaars, der diesmal die Gelegenheit nutzte und St. Pauli in der 32. Minute mit 1:0 in Führung brachte. Der Treffer wurde anschließend noch einmal per Video überprüft, hatte aber Bestand.

Das war schon ärgerlich genug, richtig weh tat aber das, was unmittelbar vor der Halbzeit passierte.

Holstein war nicht aus dem Spiel, hatte selbst seine Phasen und laut den unmittelbar nach Abpfiff veröffentlichten Spielberichten sogar mehr Spielanteile. Auf der Anzeigetafel stand davon allerdings nichts. Stattdessen kombinierte St. Pauli in der Nachspielzeit noch einmal gefährlich nach vorne. Arkadiusz Pyrka bereitete vor, Taichi Hara vollendete in der 45.+3 Minute zum 0:2.

Da sitzt man dann zur Pause und fragt sich schon, wie man eigentlich zwei Tore hinten liegen kann.

Genau das war für mich das Ärgerliche an diesen ersten 45 Minuten. Holstein wurde nicht überrollt. Es war auch kein Spiel, in dem St. Pauli Angriff um Angriff auf das Kieler Tor gefahren hätte. Die Gäste waren in den entscheidenden Momenten einfach sauberer und nutzten die Fehler beziehungsweise Räume, die ihnen angeboten wurden. Kiel dagegen hatte seine Möglichkeiten, machte daraus aber nichts.

Und bei einem 0:2 hilft einem die schönste Spielkontrolle irgendwann herzlich wenig.

Harres macht das Stadion wieder wach

Der Beginn des zweiten Durchgangs verzögerte sich zunächst um einige Minuten, nachdem Pyrotechnik auf Kieler Seite für reichlich Rauch im Stadion gesorgt hatte. Bei den hochsommerlichen Temperaturen war die Unterbrechung zumindest eine unfreiwillige zusätzliche Pause für beide Mannschaften.

Sportlich war anschließend ziemlich schnell zu spüren, dass Holstein sich mit diesem 0:2 nicht abfinden wollte.

Es dauerte nur bis zur 56. Minute, ehe Phil Harres das Spiel wieder öffnete. 1:2 – und plötzlich war das Stadion wieder da.

Harres trifft damit auch im zweiten Ligaspiel der neuen Saison. Schon in Darmstadt hatte unsere Nummer 19 zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen. Dass der Mittelstürmer erneut auf der Anzeigetafel auftaucht, ist zumindest eine der sehr erfreulichen Geschichten dieses Saisonstarts.

Viel wichtiger war an diesem Abend aber, was der Anschlusstreffer mit der Mannschaft machte.

Holstein glaubte wieder daran.

St. Pauli bekam das Spiel nicht mehr so kontrolliert wie vor der Pause, während Kiel weiter auf den Ausgleich drängte. Aus einem Spiel, das nach dem 0:2 kurz davor war, in eine ziemlich unangenehme Richtung zu laufen, wurde wieder ein echtes Nordduell.

Und diesmal ließ sich die Mannschaft nicht dafür bestrafen, dass sie weiter nach vorne spielte.

Therkelsen sorgt kurz vor Schluss für die Erlösung

Die Uhr lief Holstein langsam davon. St. Pauli war nur noch wenige Minuten vom ersten Saisonsieg entfernt, während Kiel nach dem Remis in Darmstadt vor der ersten Niederlage unter Tim Walter in dieser Spielzeit stand.

Dann kam die 88. Minute.

Jonas Therkelsen traf zum 2:2.

Mehr muss man über diesen Moment eigentlich gar nicht künstlich aufblasen. Wer im Stadion war, dürfte gemerkt haben, was dieses Tor ausgelöst hat.

Aus einem 0:2 war ein 2:2 geworden.

Und diesmal hatte Holstein nicht eine Führung verspielt, sondern sich einen eigentlich schon weit entfernten Punkt zurückgeholt.

Das ist ein Unterschied.

Natürlich kann man jetzt wieder sagen: Nach zwei Spieltagen wartet die KSV weiterhin auf ihren ersten Sieg. Das stimmt genauso wie die Tatsache, dass auch St. Pauli nach dem 1:1 gegen Fürth und dem 2:2 in Kiel noch keinen Dreier auf dem Konto hat.

Ich würde dieses Spiel trotzdem nicht ausschließlich über die zwei fehlenden Punkte betrachten.

Fehler bleiben – die Reaktion gefällt mir deutlich besser

Über einige Dinge wird Tim Walter sprechen müssen.

Der frühe Fehler vor der Kaars-Chance darf so eigentlich nicht passieren. Beim 0:1 kommt St. Pauli ebenfalls zu sauber durch, und das 0:2 unmittelbar vor der Pause ist genau die Sorte Gegentor, die einen Trainer vermutlich noch beim Abendessen nervt.

Nach Darmstadt hatte Walter noch davon gesprochen, dass Fehler zum Fußball gehören und die Mannschaft daraus lernen müsse. Eine Woche später waren erneut Situationen dabei, die man sich selbst eingebrockt hat.

Das muss besser werden.

Aber ebenso gehört zu diesem Spiel, dass Holstein nach einem 0:2 gegen einen Bundesliga-Absteiger nicht auseinandergefallen ist.

Die Mannschaft hätte nach dem zweiten Gegentor auch anfangen können, hektisch zu werden. Lange Bälle, wilde Einzelaktionen, irgendwie nach vorne. Stattdessen kam sie zurück, erzielte relativ früh nach der Pause den Anschluss und blieb bis zum Ende dran.

Das gefällt mir.

Besonders weil es genau die Reaktion war, die man nach Darmstadt sehen wollte. Dort führte Holstein 2:0 und musste sich am Ende mit einem Punkt begnügen. Eine Woche später stand zur Halbzeit dasselbe Ergebnis auf der Anzeigetafel – nur eben auf der falschen Seite.

Diesmal waren es unsere Jungs, die zurückkamen.

Zwei Punkte aus den ersten beiden Spielen sind sicherlich kein Start, bei dem man die Tabelle ausdrucken und an die Wand hängen muss. Aber zwei komplett unterschiedliche 2:2-Spiele liefern zumindest einiges, womit Walter weiterarbeiten kann.

Offensiv findet Holstein Lösungen. Harres trifft. Balzi sorgt für Gefahr. Therkelsen ist wieder einmal da, wenn ein Spiel einen besonderen Moment braucht.

Defensiv dagegen dürfen wir uns nicht dauerhaft darauf verlassen, zwei Gegentore anschließend wieder aufzuholen. Das funktioniert irgendwann nicht mehr.

An diesem Freitagabend hat es funktioniert – zumindest weit genug, um St. Pauli den schon ziemlich sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu nehmen.

Und nach fünf Pflichtspielniederlagen hintereinander gegen die Hamburger nehme ich diesen Punkt heute erst einmal mit.

Vor allem nach diesem Spielverlauf.

In diesem Sinne, nur die KSV! 💙🤍❤️

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Mike Hoffmann

Autor der Holstein Community.

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