
Jetzt ist es offiziell: Alexander Bernhardsson verlässt Holstein Kiel
Moin Holstein-Fans,
in den vergangenen Tagen ging es eigentlich nur noch um das Wann – jetzt ist die Entscheidung offiziell. Alexander Bernhardsson verlässt Holstein Kiel. Die KSV bestätigte den Abschied des schwedischen Nationalspielers am Dienstag auf der eigenen Vereinsseite.
Damit endet eine Geschichte, über deren Ausgang zuletzt immer weniger Zweifel bestanden. Auch wir hatten bereits über einen möglichen Abschied Bernhardssons und die dabei im Raum stehende Ablöse von rund 5,5 Millionen Euro berichtet. Zuletzt hatte die Wolfsburger Allgemeine Zeitung den VfL Wolfsburg im Werben um den 27-Jährigen in der Pole-Position gesehen.
Nun steht zumindest fest: Bernhardssons Zeit an der Förde ist vorbei.
Ausgerechnet gegen St. Pauli noch einmal gezeigt, was Holstein verliert
Ein bisschen passend und gleichzeitig ziemlich bitter ist dabei sein letzter Auftritt im Holstein-Stadion.
Beim 2:2 gegen den FC St. Pauli gehörte Bernhardsson noch einmal zu den entscheidenden Kieler Spielern. Beide Treffer der Störche wurden über seine Seite beziehungsweise durch seine Hereingaben vorbereitet. Aus einem 0:2 machte Holstein noch ein 2:2 – und Bernhardsson zeigte dabei noch einmal ziemlich genau das, was ihn für diese Mannschaft so wertvoll gemacht hat.
Tempo allein war es nämlich nie.
Er konnte aus dem Halbraum kommen, außen auftauchen, in die Tiefe starten und anschließend trotzdem noch den Blick für den Mitspieler haben. Gerade in Tim Walters beweglichem Offensivspiel wirkte es zuletzt so, als könnte Bernhardsson eine ziemlich wichtige Rolle übernehmen.
Nach dem St.-Pauli-Spiel wurde Walter bereits auf die Wechselgerüchte angesprochen. Seine Antwort fiel damals kurz aus: Bernhardsson sei ein sehr guter Spieler und man sei froh, ihn zu haben.
Dieses „haben“ gehört nun der Vergangenheit an.
Zweieinhalb Jahre mit einigen besonderen Momenten
Bernhardsson kam im Januar 2024 vom schwedischen Klub IF Elfsborg nach Kiel. Schon in seiner ersten Rückrunde wurde er Teil jener Mannschaft, die den historischen Bundesliga-Aufstieg schaffte. Seine Kieler Zeit verlief anschließend allerdings nicht immer geradlinig.
Immer wieder wurde der Schwede durch Verletzungen ausgebremst. Wenn er fit war, konnte man allerdings regelmäßig sehen, warum Holstein ihn damals verpflichtet hatte.
Besonders in Erinnerung bleibt natürlich die Bundesliga-Saison 2024/25. Beim 3:1-Auswärtssieg in Augsburg erzielte Bernhardsson gleich zwei Tore und war einer der entscheidenden Spieler an einem Nachmittag, an dem Holstein noch einmal kräftig an den Klassenerhalt glaubte.
Auch im DFB-Pokal hinterließ er Spuren. Im Oktober 2025 erzielte er ausgerechnet in Wolfsburg per Elfmeter das entscheidende Tor beim 1:0-Sieg der KSV und schoss Holstein damit ins Achtelfinale.
In der vergangenen Zweitliga-Saison gehörte Bernhardsson trotz seiner Verletzungsprobleme außerdem zu den wichtigsten Vorlagengebern der Mannschaft. Holstein führte ihn am Saisonende mit zehn Assists und zwei eigenen Treffern – damit war er gemeinsam mit Phil Harres und Adrián Kaprálik Teil des produktivsten Kieler Offensivtrios.
Sportlich entsteht jetzt eine echte Lücke
Über die wirtschaftliche Seite eines Transfers kann man diskutieren. Sollte sich die zuletzt berichtete Größenordnung der Ablöse tatsächlich bestätigen, wäre es nachvollziehbar, warum Holstein bei einem Spieler mit begrenzter Restvertragslaufzeit gesprächsbereit geworden ist.
Sportlich macht das die Sache aber nicht einfacher.
Gerade die ersten beiden Saisonspiele hatten gezeigt, wie gut Bernhardsson in Walters Fußball funktionieren kann. Seine Läufe ohne Ball, die Wechsel zwischen Außenbahn und Halbraum und seine Qualität bei Hereingaben sind Dinge, die man nicht einfach dadurch ersetzt, dass irgendein schneller Außenspieler in den Kader rückt.
Faride Alidou ist da. Adrián Kaprálik ist da. Jonas Therkelsen kann offensiv unterschiedliche Rollen übernehmen. Trotzdem hat Bernhardsson ein eigenes Profil mitgebracht.
Und genau deshalb richtet sich der Blick jetzt automatisch auf Olaf Rebbe.
De Regt könnte die entstandene Lücke schließen
Mit Bernhardssons Abschied verliert Holstein einen Offensivspieler, der mit Tempo, Tiefenläufen und seinen Hereingaben sehr gut in Tim Walters bewegliches Angriffsspiel gepasst hat. Ganz unvorbereitet scheint die KSV auf diese Entwicklung allerdings nicht zu sein.
Denn mit Gyan de Regt steht offenbar bereits ein neuer Flügelspieler vor dem Wechsel an die Förde. Über den 22-Jährigen hatten wir bereits berichtet. Nach dem 4:0-Erfolg seines bisherigen Vereins Excelsior Rotterdam beim SC Cambuur sprach de Regt anschließend im Live-Interview bei ESPN selbst über seinen bevorstehenden Wechsel zu Holstein Kiel. Eine offizielle Verkündung der KSV steht allerdings weiterhin aus.
De Regt ist auf beiden offensiven Außenbahnen einsetzbar und wäre vom Profil her zumindest ein naheliegender Kandidat, einen Teil der durch Bernhardssons Abschied entstandenen Lücke aufzufangen. Ob Holstein ihn tatsächlich als direkten Ersatz für den Schweden eingeplant hat, ist allerdings nicht bestätigt.
Spannend ist vielmehr der zeitliche Zusammenhang: Während sich Bernhardssons Abschied in den vergangenen Wochen immer stärker abzeichnete, arbeitete Holstein parallel an de Regt. Dass der Niederländer nun sogar selbst seinen bevorstehenden Wechsel nach Kiel öffentlich gemacht hat, spricht dafür, dass die KSV ihre Planungen für die offensive Außenbahn bereits weit vorangetrieben hat.
Damit könnte auf den offiziell bestätigten Abschied Bernhardssons schon bald die nächste Transfermeldung folgen.
In diesem Sinne, nur die KSV! 💙🤍❤️

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