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Was ist mit Marcus Müller? Die Zeichen stehen immer deutlicher auf Abschied

Gepostet am 15. August 2026 von Mike Hoffmann
HerrenTransfers

Moin Holstein-Fans,

bei all den Diskussionen über die ersten beiden Saisonspiele gibt es eine Personalie, die inzwischen ziemlich still geworden ist: Marcus Müller. Der 23-Jährige gehörte auch beim 2:2 gegen den FC St. Pauli nicht zum Kieler Spieltagskader. Verletzt ist der Mittelstürmer nach den derzeit bekannten Informationen nicht. Und wer gedacht hatte, Müller könnte stattdessen Spielpraxis bei der U23 sammeln, bekam ebenfalls keinen Hinweis darauf – beim Oberliga-Spiel der Jungstörche in Eckernförde kam er ebenfalls nicht zum Einsatz.

Ein einzelner fehlender Kaderplatz wäre kaum einen eigenen Artikel wert. Inzwischen ergibt sich daraus aber ein Muster. Und da stellt sich schon die Frage: Plant Tim Walter überhaupt noch mit Marcus Müller?

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Schon vor dem Saisonstart wurde es auffällig ruhig

Dabei begann die Sommervorbereitung zunächst noch mit Müller. Im ersten Test gegen den FC Fredericia stand er sogar in der Startelf und kam auf der linken offensiven Seite zum Einsatz. Holstein berichtete damals von zwei Möglichkeiten, die sich Jonas Therkelsen und Müller über diese Seite erarbeiteten.

Je näher der Ligastart rückte, desto mehr verschwand Müller allerdings aus dem Bild.

Beim vorletzten größeren Test gegen den 1. FSV Mainz 05 gehörte er nicht zur eingesetzten Kieler Mannschaft. Auch bei der Generalprobe gegen die TSG Hoffenheim tauchte sein Name weder in der Startelf noch unter den eingewechselten Spielern auf. Walter setzte dort vorne auf Phil Harres, während offensiv unter anderem Kaprálik, Balzi, Bernhardsson und später Alidou zum Einsatz kamen.

Nun sind zwei Zweitliga-Spieltage absolviert – und Müller wartet weiterhin auf seinen ersten Kaderplatz.

Gerade gegen St. Pauli fällt das noch etwas stärker auf. Giorgi Kvilitaia stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Tim Walter hatte vor der Partie ausdrücklich erklärt, dass sich dessen Beschwerden hartnäckiger halten und der Georgier deshalb nicht dabei sein werde. Trotzdem rückte Müller nicht in das Aufgebot.

Das spricht zumindest nicht dafür, dass er momentan dicht an Walters erster Auswahl dran ist.

Schon im Juni wurde Müller als Wechselkandidat gehandelt

Ganz neu ist die Entwicklung allerdings nicht.

Bereits im Juni wurde Müller im Zusammenhang mit möglichen Abgängen bei Holstein genannt. In einem damals im Störche-Forum aufgegriffenen Bericht von shz.de wurde beschrieben, dass Müller unter Tim Walter nur noch wenig zum Einsatz gekommen sei und zu den Spielern gehören könnte, für die bei einem passenden Angebot eine Veränderung infrage kommt.

Das passt rückblickend durchaus zu seinen letzten Monaten der vergangenen Saison.

Müller kam 2025/26 insgesamt auf 20 Zweitligaeinsätze, stand dabei aber lediglich siebenmal in der Startelf. Seine Bilanz: ein Tor und eine Vorlage bei insgesamt 467 Einsatzminuten. Sein einziger Ligatreffer gelang beim 1:3 in Karlsruhe im Februar.

Kurz nach Walters Rückkehr nach Kiel bekam Müller zunächst sogar noch eine große Chance. Beim Auswärtsspiel in Darmstadt stand er Anfang März von Beginn an auf dem Platz, sah allerdings bereits nach 25 Minuten Gelb-Rot. Danach wurde es deutlich schwieriger. Gegen Bochum gehörte er nicht zum Kader, gegen Münster kam er erst in der 87. Minute, in Düsseldorf fehlte er wieder komplett und gegen Kaiserslautern wurde er in der 83. Minute eingewechselt.

Das ist keine Bilanz, aus der man zwingend herauslesen würde, dass Walter für die neue Saison eine größere Rolle für ihn vorgesehen hatte.

Eigentlich war Müller für mehr gekommen

Dabei war die Erwartung bei seiner Verpflichtung eine andere.

Holstein holte Müller im Sommer 2025 vom VfL Osnabrück und stattete ihn direkt mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2028 aus. Olaf Rebbe beschrieb ihn damals als durchsetzungsstarken Stürmer mit Tempo, Physis, Präsenz und großem Kampfgeist. Zuvor hatte Müller für Mainz II in der Regionalliga 16 Scorerpunkte in 28 Spielen gesammelt und beim VfL Osnabrück in 33 Pflichtspielen vier Tore erzielt und drei weitere vorbereitet.

Ein Jahr später sieht die Situation deutlich anders aus.

Phil Harres ist momentan vorne klar gesetzt und hat bereits in Darmstadt sowie gegen St. Pauli getroffen. Dazu wurde mit Kvilitaia im Sommer ein weiterer klassischer Angreifer verpflichtet. Walter besitzt offensiv außerdem verschiedene Möglichkeiten mit Bernhardsson, Kaprálik oder Alidou. Müller steht zwar weiterhin ganz offiziell im Profikader der KSV und besitzt noch fast zwei Jahre Vertrag, sportlich scheint er aktuell aber ziemlich weit hinten zu stehen.

Und genau hier wird das fehlende U23-Spiel interessant.

Wenn ein Spieler zum Profikader gehört, dort momentan aber keine Einsatzmöglichkeiten bekommt, wäre Spielpraxis in der zweiten Mannschaft zumindest eine denkbare Variante. Die U23 spielt in der Oberliga Schleswig-Holstein und trat am Freitagabend beim Eckernförder SV an. Müller spielte dort jedoch ebenfalls nicht.

Das muss nicht automatisch bedeuten, dass ein Transfer unmittelbar bevorsteht. Vielleicht gibt es interne Gründe, die öffentlich schlicht nicht bekannt sind. Aber zusammen mit den Aussagen beziehungsweise Berichten aus dem Juni, seiner immer geringeren Rolle in der Vorbereitung und den ersten beiden Spieltagen entsteht schon ein ziemlich eindeutiges Bild.

Die nächste Frage: Verkauf oder Leihe?

Ich würde deshalb momentan noch nicht schreiben: Holstein plant definitiv nicht mehr mit Marcus Müller. Dafür fehlt eine entsprechende Aussage von Walter, Rebbe oder dem Spieler selbst.

Man kann aber durchaus sagen: Viel deutet derzeit nicht darauf hin, dass Müller in Walters sportlichen Planungen eine größere Rolle spielt.

Und wenn ein Spieler weder beim ersten noch beim zweiten Ligaspiel im Kader steht, obwohl im Sturm sogar eine Alternative verletzt fehlt, gleichzeitig aber auch nicht in der U23 eingesetzt wird, darf man sich schon fragen, wohin die Reise gehen soll.

Die nächste Frage wäre dann allerdings fast genauso interessant: Findet Holstein überhaupt einen Käufer – oder einen Verein, der Müller zunächst ausleihen möchte?

Sein Vertrag läuft noch bis 2028. Ein Verkauf wäre deshalb grundsätzlich möglich, setzt aber natürlich voraus, dass ein anderer Klub bereit ist, eine Ablöse zu zahlen und Müller dort ebenfalls hinwechseln möchte. Sollte sich ein solcher Markt nicht ergeben, könnte auch eine Leihe eine sinnvolle Lösung sein. Gerade für Müller selbst wäre regelmäßige Spielpraxis vermutlich wichtiger, als über Monate zwischen Trainingsplatz und Tribüne zu pendeln.

Für Holstein hätte eine Leihe wiederum den Vorteil, den Spieler nicht endgültig abzugeben und später neu bewerten zu können, wie er sich entwickelt hat. Ein Verkauf würde dagegen direkt Klarheit schaffen und einen Kaderplatz freimachen.

Welche Variante die KSV bevorzugen würde, ist bislang nicht bekannt. Genauso wenig gibt es aktuell einen bestätigten Interessenten.

Dass Holstein bei einem passenden Angebot gesprächsbereit sein könnte, würde mich inzwischen aber überhaupt nicht überraschen. Die Hinweise darauf gibt es schon seit Wochen.

Jetzt geht es möglicherweise weniger um die Frage, ob Müller ein Wechselkandidat ist – sondern eher darum, ob sich bis zum Ende der Transferperiode ein Verein findet, der ihn kaufen oder ausleihen möchte.

Im Moment wäre genau das wohl der entscheidende Punkt.

In diesem Sinne, nur die KSV! 💙🤍❤️

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Mike Hoffmann

Autor der Holstein Community.

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